
Wer sich aktuell mit dem Gedanken an eine Photovoltaikanlage trägt, stolpert früher oder später über eine Schlagzeile: Die Einspeisevergütung soll wegfallen. Was steckt dahinter – und was bedeutet das konkret für dich als Eigenheimbesitzer in Versmold und Umgebung? Wir bringen Licht ins Dunkel.
Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet an einer Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027). Im Februar 2026 wurde ein erster Entwurf bekannt, im April haben sich die Regierungsparteien auf die Grundzüge geeinigt – ein Kabinettsbeschluss noch in diesem Jahr gilt damit als wahrscheinlich.
Der Kern der geplanten Änderung: Für neue PV-Anlagen bis 25 kWp soll es ab dem 1. Januar 2027 keine staatlich garantierte, feste Einspeisevergütung mehr geben. Stattdessen rückt die Direktvermarktung des Stroms an die Börse stärker in den Fokus – ein Modell, das sich für kleine Hausdach-Anlagen bislang kaum wirtschaftlich darstellen lässt, da Vermarktungskosten und fehlende Smart-Meter-Infrastruktur die Erträge schnell aufzehren können.
Final beschlossen ist das noch nicht – aber die politische Richtung ist eindeutig.
Wenn du bereits eine Anlage betreibst oder noch 2026 installierst: Keine Sorge. Der sogenannte Bestandsschutz nach § 100 EEG sichert dir die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültige Vergütung für die vollen 20 Jahre – unabhängig davon, was sich am Gesetz künftig ändert. In über 20 Jahren EEG-Geschichte wurde eine einmal zugesagte Förderung noch nie rückwirkend gestrichen.
Wenn du erst ab 2027 installierst: Dann fällt die garantierte Vergütung für Anlagen bis 25 kWp voraussichtlich weg. Eingespeister Strom müsste dann zu Marktbedingungen vermarktet werden – für die meisten privaten Hausdach-Anlagen aktuell wirtschaftlich wenig attraktiv.
Nein – im Gegenteil. Schon heute liegt die Einspeisevergütung bei nur noch rund 7,8 Cent pro Kilowattstunde. Der eigentliche wirtschaftliche Hebel einer Solaranlage war schon lange nicht mehr das Einspeisen, sondern der Eigenverbrauch: Jede selbst erzeugte und selbst genutzte Kilowattstunde erspart dir den Bezug von Netzstrom zu aktuell rund 30 Cent oder mehr – also etwa das Vierfache der Einspeisevergütung.
Mit dieser Logik im Hinterkopf wird auch klar, warum sich PV und Wärmepumpe so gut ergänzen: Eine Wärmepumpe verbraucht tagsüber Strom genau dann, wenn die Solaranlage produziert. Kombiniert mit einem Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil oft auf 60–80 % steigern – und damit die Wirtschaftlichkeit der Anlage unabhängig von der Einspeisevergütung absichern.
Die Einspeisevergütung war über zwei Jahrzehnte das Rückgrat der Solarförderung in Deutschland. Mit ihrem absehbaren Ende für Neuanlagen endet aber nicht die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik – sie verschiebt sich nur. Wer heute plant, plant am besten gleich für eine Welt mit hohem Eigenverbrauch statt für eine Welt der festen Förderung.
Du überlegst, ob sich eine PV-Anlage oder eine Kombination mit Wärmepumpe für dein Haus noch lohnt – und ob du 2026 oder 2027 der richtige Zeitpunkt ist? Wir rechnen es dir gerne unverbindlich durch.
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels basieren auf dem aktuellen Diskussions- und Gesetzgebungsstand (Juni 2026) und dem Referentenentwurf zur EEG-Novelle 2027. Die endgültige gesetzliche Regelung kann hiervon abweichen.